Demografische Strukturdaten der Wahlberechtigten* vor der Kommunalwahl vom 3.3.2002 auf der Basis der neuen Stimmbezirke

Nicht nur im Vorfeld einer Wahl sondern auch zur Analyse ihrer Ergebnisse sind demographische Strukturdaten der wahlberechtigten Bürger von großem Interesse. Um dabei den räumlichen Strukturen einer Großstadt wie München differenziert gerecht zu werden muss allerdings dafür gesorgt werden dass Bevölkerungsdaten und Wahlergebnissen so kleinräumlich wie möglich und zwar auf der identischen Einheit verfügbar gemacht werden.

Zur Erzielung einer für den Bürger zumutbaren und für die Verwaltung handhabbaren Stimmabgabe bei Wahlen ist das Stadtgebiet in Stimmbezirke eingeteilt, denen jeweils ein Wahllokal zugeordnet ist. In der Vergangenheit arbeitete man mit historisch gewachsenen Bereichen, die aber weder von ihrer räumlichen Zusammensetzung her noch von den gestiegenen Anforderungen im Hinblick auf die Weiterverarbeitung der gewonnenen Wahldaten systematischen Grundsätzen entsprachen.
In den zurückliegenden zwei Jahren wurde deshalb auf eine Anforderung des Wahlamts von den Bezirksinspektionen eine Neugliederung des Stadtgebiets in 656 Stimmbezirke vorgenommen, die grundsätzlich aus ganzen Baublöcken zusammengesetzt und in denen jeweils etwa 1400 Wahlberechtigte gemeldet sind, sodass mit ca. 600 persönlich abstimmenden, Bürgern gerechnet werden kann (Hierbei handelt es sich um einen Erfahrungswert auf der Grundlage des bisherigen Wahlverhaltens, denn Nichtwähler und Briefwähler sind von den Wahlberechtigten in Abzug zu bringen).
Als weitere Voraussetzung für die Abgrenzung der Stimmbezirke wurde Kompatibilität mit den "Stimmkreisen" der Landtagswahl und mit den Stadtbezirken eingehalten.

Die derzeitigen Stimmbezirke eignen sich somit nicht nur hervorragend für die raumbezogene Darstellung, sondern durch Verknüpfung mit weiteren vorliegenden Sachdaten für alle analytischen Arbeiten mit Wahlergebnissen. Deshalb sind sie auch die räumliche Basis für die vorliegenden Strukturdaten.

Wahlberechtigt zur Oberbürgermeister- und Stadtratswahl sind alle deutschen Staatsangehörigen, sowie alle Staatsangehörigen eines anderen EU-Mitgliedsstaates, die am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet haben und sich seit mindestens drei Monaten in München mit dem Schwerpunkt ihrer Lebensbeziehungen aufhalten (Hauptwohnsitz) und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind.
Wahlberechtigt zur Bezirksausschusswahl sind alle deutschen Staatsangehörigen, sowie alle Staatsangehörigen eines anderen EU-Mitgliedsstaates, die am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet haben und sich seit mindestens drei Monaten in dem jeweiligen Stadtbezirk mit dem Schwerpunkt ihrer Lebensbeziehungen aufhalten (Hauptwohnsitz), und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind. Zieht eine Person innerhalb dieser Dreimonatsfrist in einen anderen Stadtbezirk um, verliert sie ihr Wahlrecht zur Bezirksausschusswahl. Alle wahlberechtigten Personen werden automatisch in das Wählerverzeichnis eingetragen. Dies allerdings nur, sofern nicht vergessen wurde, sich rechtzeitig und ordnungsgemäß bei der Einwohnermeldebehörde anzumelden.

Wegen des für die Datenaufbereitung erforderlichen Vorlaufs wurden zur Darstellung der Situation vor den bevorstehenden Kommunalwahlen mit Hilfe von ZIMAS die Wahlberechtigten nach folgenden Kriterien aus dem Bevölkerungsbestand des Melderegisters vom 30.9.2001 selektiert.

  1. Hauptwohnsitz
  2. Zum Auswertemonat mindestens 18 Jahre alt
  3. Deutscher oder EU-Bürger
  4. Auswertemonat – Zuzugsdatum >=3 Monate

Abweichungen zu den offiziellen, erst 35 Tage vor der Wahl für Zwecke der Wählerlisten abgezogenen Zahlen Wahlberechtigter sind demnach unvermeidlich, auch weil die vom Wahlrecht ausgeschlossenen Personen von uns ebenso wenig berücksichtigt werden können wie die Aufenthaltsdauer in einem Bezirk. Auch die Abgrenzung der Stimmbezirke spiegelt den Stand vom 30.9.2001; in wenigen Bezirken ist es seither zu geringen Modifikationen gekommen. An den darzustellenden Strukturen ändert dies jedoch nichts.

Hier sind nun diejenigen Daten, nämlich Alter, Geschlecht, Deutsche/ EU-Ausländer und Hauptkonfessionen über die Münchner Wahlberechtigten, die nach allgemeiner Erfahrung im Zusammenhang mit deren Wahlverhalten gesehen werden können. Sicherlich gibt es darüber hinaus Merkmale, vor allem im sozialen und wirtschaftlichen Bereich, die stärker mit dem Wahlverhalten korrelieren als die hier gebotenen. Diese sind jedoch - u. a. aus Datenschutzgründen - nicht in der uns zugänglichen Quelle Melderegister gespeichert. Die Kartendarstellung, die zur räumlichen Orientierung des Betrachters, aber auch als Analyse Instrument dient, bezieht sich auf die Konfessionszugehörigkeit der Wahlberechtigten, ein Merkmal das von den zur Verfügung stehenden am engsten mit dem Abstimmungsverhalten in Verbindung steht.

Andere Datenkombinationen und thematisch-kartografische Auswertungen sind auf Anfrage im Statistischen Amt durchführbar.

* siehe Erläuterung im Text


Tabelle
Die Wahlberechtigte Bevölkerung nach Stadtbezirken (Stand: September 2001)

Zum Betrachten der Karten bitte den jeweiligen Stadtbezirk anklicken (.doc-File).

Stadtbezirk Stadtbezirk
01 Altstadt-Lehel 14 Berg am Laim
02 Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt 15 Trudering-Riem
03 Maxvorstadt 16 Ramersdorf-Perlach
04 Schwabing-West 17 Obergiesing
05 Au-Haidhausen 18 Untergiesing-Harlaching
06 Sendling 19 Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln
07 Sendling-Westpark 20 Hadern
08 Schwanthalerhöhe 21 Pasing-Obermenzing
09 Neuhausen-Nymphenburg 22 Aubing-Lochhausen-Langwied
10 Moosach 23 Allach-Untermenzing
11 Milbertshofen-Am Hart 24 Feldmoching-Hasenbergl
12 Schwabing-Freimann 25 Laim
13 Bogenhausen Gesamtstadt